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Alfons Mucha

ALFONS MUCHA
17. Juli - 5. Oktober 2003

    Alfons Mucha: Lotterie des mährischen Südwesten, 1912 © Mucha Trust 2003 / VG Bild-Kunst, Bonn 2003
 

Mit seinem 1895 in Paris für die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt (1844-1923) entworfenen Plakat GISMONDA wurde der tschechische Bühnenbildner, Illustrator und Grafiker Alfons Mucha (1860-1939) über Nacht berühmt. In Muchas Werk verschmolz sein Sinn für das Theater, tief verankerte Religiosität und seine Prägung durch mährische Traditionen mit Einflüssen des Symbolismus und des Spiritualismus. Der neue - in vieler Hinsicht beispiellose - Stil, LE STYLE MUCHA wurde für ein Jahrzehnt zum Inbegriff des ART NOUVEAU.

Muchas zahlreiche während der Pariser Jahre entstandenen Plakate und PANNEAUX DÉCORATIFS zeichnen sich durch aufwändige florale Ornamente - verbunden mit stark symmetrischen, flächig-linear gestalteten Elementen - aus. Sie wurden zu Meilensteinen in der Geschichte der modernen Grafik.

In der Überzeugung von der umfassenden Aufgabe der Kunst, die alle Bereiche des Lebens durchdringen und für alle Bürger zugänglich sein solle, gestaltete Alfons Mucha auch zahlreiche Haushalts- und Nutzgegenstände wie z.B. Kalender oder Parfümflakons, die bereits in kleinen Serien hergestellt wurden. Bis heute werden seine Entwürfe in der ganzen Welt immer wieder für zahlreiche Gegenstände verwendet.

Neu zu entdecken sind in der Ausstellung eine Reihe von Pastellen aus der Zeit um 1900. Sich auflösende Formen, die sich von einem zumeist dunklen Hintergrund abheben, treten in ihnen an die Stelle der Klarheit der vorher entstandenen Lithographien. Titel wie REUE, DANCE MACABRE oder aber STERBENDER SOLDAT verweisen auf die Vielschichtigkeit dieser Werkgruppe und zeigen, mit welch klarem Blick Mucha hinter aller idealistischen Hoffnung die existentielle Not des Menschen erfassen konnte.

Ab 1929 galt sein Augenmerk vor allem dem Schicksal der slawischen Völker. In seinem Hauptwerk aus dieser Zeit, dem SLAWISCHEN EPOS - seit 1963 zu sehen auf dem Schloss in Moravský Krumlov -, vereint sich der überzeugende Einsatz symbolistischer Elemente auf ideale Weise mit seiner Meisterschaft in der flächigen Gestaltung und dem Einsatz der gedämpften Farbtöne seiner frühen Arbeiten. In der Ausstellung zeugen Gemälde wie der SONG OF BOHEMIA von der Auseinandersetzung mit historischen und politischen Themen. Muchas Interesse an diesen Sujets zeigte sich schon in den SCÈNES ET EPISODES D`HISTORIE D`ALLEMAGNE.