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Die französische
Glaskunst wird häufig mit dem Jugendstil gleichgesetzt, zeigt aber
eine grundsätzlich andere Art der Gestaltung. Glas war eines der
bevorzugten Materialien des französischen Art Nouveau. Seine variable
Form, die Möglichkeiten der Oberflächengestaltung und seine
reiche Farbigkeit inspirierten zu technisch und künstlerisch virtuosen
Gläsern, in denen die Künstler in Nancy wahre Meisterschaft
errangen. Der Stil von Nancy machte um 1900 Schule. Gläser aus
Nancy wurden Ende des 19. Jahrhunderts international gefeiert, sie waren
in den Glaspalastausstellungen in München zu sehen und wurden in
den deutschen Dependancen der Glasmanufakturen verkauft. Die Künstler
der "École de Nancy" kehrten in ihrem Schaffensprozess
zu einem botanisch genauen Studium der Natur zurück und setzten
es in floralen Dekoren sowie in abstrakten Formen um. Sie mobilisierten
dabei schöpferische und unternehmerische Kräfte, in denen
die Kunst eine Allianz mit der Industrie einging. Die Ausstellung vereint
bedeutende und selten gezeigte Meisterwerke der Glaskunst von Émile
Gallé, Daum Frères, u.a. aus der Jugendstilsammlung des
Museums Villa Stuck, Schenkung Ziersch, und des Münchner Stadtmuseums.
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