Landeshauptstadt München

 

Museum Villa Stuck

Von der Seele geformt
Protagonisten des Münchner Jugendstils

04. März - 16. Januar 2005

MÜNCHEN! Stadt des Jugendstils

    Gertraud von Schnellenbühel Kandelaber, 1910-13 Münchner Stadtmuseum

Der Kosmopolit Hermann Obrist kam 1894 aus Florenz nach München. Er entwickelte einen archaischen, dynamisch bestimmten Stil, den er für das kommende 20. Jahrhundert erdachte und der mit akademischen Konventionen brach. Das alleinige Motiv war die Natur, ihre Wuchsformen und die Bewegungslinien des Lebens. Obrists großes Vermögen gestattete ihm, Aufträge zu vergeben. Die Maler Bernhard Pankok und Richard Riemerschmid erhielten erste Aufträge. August Endell als Wahrnehmungspsychologe und Künstler stieß dazu und schuf theoretisch und praktisch erste assoziative, freie Formen, welche die Wirkung des Abstrakten als Prinzip herausstellten. Die Münchner Entwerfer organisierten sich 1897 in den Vereinigten Werkstätten, deren Absicht es war, den künstlerischen Entwurf ohne Abstriche in hoher Qualität zu verwirklichen und den Designer am Umsatz zu beteiligen.

Im Umkreis Obrists entstand eine private Künstlerschule, die seine Gestaltungsweise in Lehren umsetzte. Wilhelm von Debschitz organisierte diese erfolgreiche Schule, der Gertraud Schnellenbühel, Clara Trueb, Hans Schmithals u.a. angehörten. Die neue Bewegung in München zog eine Fülle von Künstlern in die Stadt, die einige Jahre hier arbeiteten, um dann an ähnlich organisierte Kunstgewerbeschulen in Deutschland zu gehen. Die Ausstellung zeigt Graphiken und Gemälde, Metall, Glas, Keramik und Möbel weiterer herausragender Künstler des Münchner Jugendstils, u. a. Peter Behrens, H. E. Berlepsch-Valendas, Julius Diez, Thomas Theodor Heine, Bruno Paul, Carl Georg von Reichenbach, Alois Riegel, Rudolf Rochga, Ignatius Taschner und Ludwig Vierthaler.