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Der Kosmopolit Hermann
Obrist kam 1894 aus Florenz nach München. Er entwickelte einen
archaischen, dynamisch bestimmten Stil, den er für das kommende
20. Jahrhundert erdachte und der mit akademischen Konventionen brach.
Das alleinige Motiv war die Natur, ihre Wuchsformen und die Bewegungslinien
des Lebens. Obrists großes Vermögen gestattete ihm, Aufträge
zu vergeben. Die Maler Bernhard Pankok und Richard Riemerschmid erhielten
erste Aufträge. August Endell als Wahrnehmungspsychologe und Künstler
stieß dazu und schuf theoretisch und praktisch erste assoziative,
freie Formen, welche die Wirkung des Abstrakten als Prinzip herausstellten.
Die Münchner Entwerfer organisierten sich 1897 in den Vereinigten
Werkstätten, deren Absicht es war, den künstlerischen Entwurf
ohne Abstriche in hoher Qualität zu verwirklichen und den Designer
am Umsatz zu beteiligen.
Im Umkreis Obrists
entstand eine private Künstlerschule, die seine Gestaltungsweise
in Lehren umsetzte. Wilhelm von Debschitz organisierte diese erfolgreiche
Schule, der Gertraud Schnellenbühel, Clara Trueb, Hans Schmithals
u.a. angehörten. Die neue Bewegung in München zog eine Fülle
von Künstlern in die Stadt, die einige Jahre hier arbeiteten, um
dann an ähnlich organisierte Kunstgewerbeschulen in Deutschland
zu gehen. Die Ausstellung zeigt Graphiken und Gemälde, Metall,
Glas, Keramik und Möbel weiterer herausragender Künstler des
Münchner Jugendstils, u. a. Peter Behrens, H. E. Berlepsch-Valendas,
Julius Diez, Thomas Theodor Heine, Bruno Paul, Carl Georg von Reichenbach,
Alois Riegel, Rudolf Rochga, Ignatius Taschner und Ludwig Vierthaler.
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