Brian Jungen
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| BRIAN JUNGEN I ZUR AUSSTELLUNG I ZUM KÜNSTLER | |
Der kanadische Künstler Brian Jungen, 1970 in Vancouver geboren, erregte erstmals Aufmerksamkeit mit einer Serie von Masken, die an Kultobjekte nordamerikanischer Indianer erinnern - genäht aus zerschnittenen Nike-Turnschuhen. Prototypes for New Understanding (1998 - 2003) nannte Jungen diese Analyse moderner Praktiken und Riten, mit der er die magischen Komponenten der Rezeptur einer Weltmarke dechiffrierte. Ausgehend von Gegenständen des globalen Alltags dekonstruiert Jungen, der der Kultur der kanadischen Dane-Zaa-Indianer (First Nation) angehört, Begriffe, die dem Verständnis zeitgenössischer Kultur zugrunde liegen. Die Ausstellung beleuchtet das komplexe Schaffen des Künstlers mit einer Vielzahl von Objekten - darunter die komplette Serie von 23 Prototypes - von frühen Plastiken bis zu groß angelegten Installationen. Die Ausstellungstournee präsentiert Brian Jungens Werke zum ersten Mal in diesem Umfang in Europa, das Museum Villa Stuck ist die einzige Station der Ausstellung in Deutschland. Brian Jungens Skulpturen und Installationen kommentieren kulturelle und soziale Fragen augenscheinlich als Auseinandersetzung mit Massen- und Konsumgütern. International bekannt wurde Jungen, als er mit Cetology einen fast ausgestorbenen Lieblingsorganismus der Moderne, den Wal, zum weltweit reproduzierbaren Konsumobjekt skelettierte. Cetology ist ein lebensgroßes anatomisches Modell des Meeressäugers aus der global geläufigsten Sitzgelegenheit, dem weißen, stapelbaren Plastikstuhl. Vielschichtig angelegt, bergen Jungens Werke Reflexionen über Dynamik und Dialektik von nativer und globaler Kultur, Kommentare zur westlichen Kunstgeschichte und zum musealen Betrieb. Sie enthalten eine starke Betonung von Material und Handwerk und entziehen sich jeder direkten Einordnung. Ironie und historisches Bewusstsein spielen eine enorme Rolle in Jungens Konzeptkunst: Beer Cooler, eine Kühlbox mit Ornamentik der Bikerszene, gibt den Eroberern des indianischen Kontinents die mitgebrachten Segnungen zurück. Jungens Kunst ist deplaziert. Das Prinzip, Unvereinbares zu kombinieren, die erstaunliche Verschiebung von Kontexten und Grenzen sowie die spürbare Lust an Zweckentfremdung, Ironie und Paradoxie machen Jungens hybride Produkte ebenso erfrischend wie hintergründig. Jungen untersucht nicht nur kulturelle Normen und den scheinbar gefestigten Boden, auf dem sie stehen. Er demontiert die Moderne anhand ihrer greifbarsten Erscheinung, dem allerorts verfügbaren Gebrauchsgegenstand - auf der Suche nach dem, was in einem neuen Verständnis von Kultur Platz haben und bleiben wird. Publikation – Brian Jungen Die Ausstellung in München wird von der Landeshauptstadt München finanziert. |
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