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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

bis 16. November 2008
FRANZ VON STUCK. DAMENPORTRÄTS

Das Museum Villa Stuck zeigt im Alten Atelier eine Zusammenstellung der schönsten Damenporträts Franz von Stuck. Entstanden zwischen 1907 und 1918 zeigen die Gemälde Stucks Qualität als Porträtist ebenso wie sein vielgelobtes Farbgefühl, das sich in den Kleidern aber auch in den unterschiedlich gehaltenen Bildhintergründen zeigt.

Im Einzelnen sind zu sehen ein Porträt von Olga Lindpaintner aus dem Jahr 1907 (Öl auf Holz, im Originalrahmen nach Entwurf von Franz von Stuck). Olga Lindpaintner (1884–1981) war die Tochter von Stucks Ehefrau Mary, geb. Hoose, verwitwete Lindpaintner. Mary brachte zwei Kinder in ihre Ehe mit Franz von Stuck. Beide Kinder wohnten nach der Eheschliessung von Mary und Franz von Stuck nicht bei ihrer Mutter, sondern kamen in die Villa Stuck nur zu Besuch. Anlass für das Porträt könnte die Verlobung der 23 jährigen Olga Lindpaintner mit dem Kaufmann Kommerzienrat Hugo Oberhummer (1877–1941) gewesen sein, den sie im Herbst 1908 heiratete.

Das Bildnis einer »Dame in Rot« von ca. 1918 (Öl auf Leinwand, auf Tischlerplatte aufgezogen, im Originalrahmen) ist vermutlich ein Auftragswerk, das Stuck in offensichtlicher Sympathie für sein Modell in ungewöhnlich einfühlsamer Weise ausgeführt hat. Ihr einfaches Kleid im Stil der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg sowie der freimütige Blick einer jungen, emanzipierten Frau, bestätigen die bisher geltende Datierung des Bildes.

Bemerkenswert an dem Porträt der Bettina Heinemann von ca. 1912/13 ist die Verwendung von Syntonos-Farben auf Leinwand, die Stuck für eine Vielzahl seiner Gemälde einsetzt. Das Bild, im Originalrahmen nach Entwurf von Franz von Stuck, zeigt Bettina Heinemann, geb. Loewy. Sie war verheiratet mit einem der führenden, jüdischen Kunsthändler Münchens, Max Heinemann; in den 1930er emigrierte sie nach London. Die Galerie Heinemann stellte insbesondere zwischen 1905 und 1912 zahlreiche Gemälde von Stuck aus.

Eine unbekannte Dame im Profil (o. J.) schließt die Reihe. Wiederum im Originalrahmen nach Entwurf von Franz von Stuck fertigte Stuck es in Bleistift, Kohle und Pastell auf Karton. Die »Dame im Profil« gehört zu den von den Nationalsozialisten konfiszierten Kunstwerken, die 40 Jahre lang im Kloster Mauerbach bei Wien aufbewahrt wurden, mit dem Ziel, sie an ihre vormaligen Besitzer zurückzuführen. Diejenigen Werke, deren jüdische Besitzer nicht mehr identifiziert werden konnten, wurden wie dieses Bild 1996 im »Mauerbach Benefit Sale« zugunsten der Opfer des Holocausts in Wien versteigert.

Franz von Stuck malte dieses Bild, wie viele seiner hochgeschätzten Porträts, mit Hilfe von Fotografien, die von ihm oder seiner Frau Mary angefertigt wurden; die hier verwendete befindet sich ebenfalls in der Sammlung des Museums Villa Stuck.