Start > Ausstellungen > Honoré Daumier. Provocation et Finesse - 23. April bis 28. Juni 2009
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| 1808 | am 26.2. in Marseille (Frankreich) geboren als Sohn einer Näherin und eines Glasers. |
| 1815–16 | Die Familie zieht nach Paris, da der Vater als Schriftsteller arbeiten möchte. Der Erfolg bleibt aus, die Familie verarmt. |
| 1820–21 | Honoré ernährt als Alleinverdiener seine Familie. Als Laufbursche eines Juristen, Lehrling bei einem Buchhändler und als Mitarbeiter eines Verlegers und Lithographen sammelt er erste Arbeitserfahrungen. |
| 1822 | Alexandre Lenoir, Künstler und Freund der Familie, erteilt Honoré Zeichenunterricht. Gleichzeitig besucht er Kurse an der Académie Suisse und der Académie Boudin. |
| 1825–30 | Honoré arbeitet als Gehilfe des Lithographen Zéphirin Belliard. |
| 1829 | Erste künstlerische Arbeit als Illustrator bei der Zeitschrift »La Silhouette«. |
| 1830 | Daumier wird ständiger Mitarbeiter der neu gegründeten politischen Wochenschrift »La Caricature«. Die ersten politischen Karikaturen, Zerrbilder regimetreuer Politiker, entstehen. |
| 1831–34 | In der Karikatur »Gargantua« verunglimpft Daumier 1831 den französischen Bürgerkönig Louis-Philippe als Vielfraß und wird 1832 zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Franc Geldstrafe verurteilt. Nach Haftentlassung arbeitet Daumier für die 1832 neu gegründete Tageszeitung »Le Charivari«. Berühmte Lithographien entstehen, z.B. jene, in der er den König Louis Philippe als Birne karikiert und die Bourgeosie mit voll gefressenen Bäuchen bloßstellt. |
| 1834 | entsteht als Reaktion auf das Massaker in der Rue Transnonain – bei dem Frauen und Männer durch linientreue Soldaten ermordet wurden – seine bis heute populäre Lithographie »Rue Transnonain«. |
| 1835–45 | Nach erneuter Einschränkung der Pressefreiheit wendet sich Daumier verstärkt der sozialkritischen Karikatur zu. Seine Zyklen »Doppelporträts«, »Ehesitten«, »Sprichwörter und Grundsätze«, »Eigenbrötler«, »Tragisch-klassische Physiognomien«, »Ausländer in Paris«, »Menschenfreunde von heute«, »Die Freunde« und »Die Leute von der Justiz« entstehen. Großen Erfolg kann er mit seiner fiktiven Figur Robert Macaire verbuchen, der als skrupelloser Geschäftsmann für den neu entstehenden Kapitalismus steht. |
| 1846 | Daumier heiratet die Näherin Marie-Alexandre Dassy. Die Ehe bleibt kinderlos. |
| 1848–51 | Die Revolution von 1848 und die Lockerung der Pressezensur führen zu einer Wiedergeburt der politischen Karikatur. Daumier verspottet außerdem die Frauenemanzipation, die Wortführer des utopischen Sozialismus und die erstmals mit allgemeinem Wahlrecht bestätigten Volksvertreter. Mit seiner Erfindung Ratapoil, der Symbolfigur des Bonapartismus, erreicht Daumier einen Höhepunkt in seiner Schaffensphase. |
| 1852–77 | Als Napoléon III. mit einem Staatsstreich an die Macht kommt, widmet sich Daumier wieder, in einer über 1056 Blätter umfassenden Serie, dem aktuellen Tagesgeschehen. Daumier leidet zunehmend unter schweren, schließlich zur Erblindung führenden Sehstörungen. Er beendet seine künstlerische Arbeit und zieht nach Valmondois, wo er eine staatliche Jahrespension erhält. |
| 1878 | Die Galerie Durand-Ruel zeigt in einer Ausstellung fast 100 Gemälde, Lithographien und Aquarelle von Daumier. |
| 1879 | Daumier stirbt am 11.2. in Valmondois. |