Start > Ausstellungen > Honoré Daumier. Provocation et Finesse - 23. April bis 28. Juni 2009

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Anmerkungen zur Historie Frankreichs

1830: Die Julirevolution hat den endgültigen Sturz der Bourbonen in Frankreich und die erneute Machtergreifung des Bürgertums in einem liberalen Königreich zur Folge. Louis-Philippe von Orléans, auch genannt der Bürgerkönig, wird auf den Thron gesetzt. Das Goldene Zeitalter des französischen Bürgertums, die Julimonarchie, beginnt.

Die vom Volk ausgehende Februarrevolution von 1848 beendet die Herrschaft des ehemals liberalen Bürgerkönigs Louis-Philippe von Orléans. Die Zweite Französische Republik wird ausgerufen. Nach der blutigen Niederschlagung des sozialrevolutionären Juniaufstands wählt man im Dezember Louis Napoleon Bonaparte, den Neffen des ehemaligen Kaisers Napoleon Bonaparte, zum Staatspräsidenten. Die Republik hält jedoch nur drei Jahre.

1851 kommt es im Dezember zum Staatsstreich. Louis Napoleon spielt die Monarchisten und Republikaner gegeneinander aus und begründet ein Jahr später das Zweite Französische Kaiserreich.

1852 erhält Louis Napoleon diktatorische Vollmacht und lässt sich im Dezember zum Kaiser Napleon III. ausrufen. Er regiert mit absoluter Macht, das Parlament besitzt keine Gesetzesinitiative. Ein wichtiger Schritt während seiner Regierungszeit ist die Neugestaltung von Paris. Große Teile der Stadt werden dem Erdboden gleichgemacht und viele der alten, gebogenen Straßen werden durch breite Alleen ersetzt. Den Neuaufbau leitet der Präfekt des Département Seine, Georges-Eugène Baron Haussmann (1809–1891).

1860–61 ändert Napoleon III. seinen Regierungsstil. Das Parlament erhält mehr Rechte, die Pressefreiheit wird erweitert und Gewerkschaften zugelassen.

Mitte 1860er gerät die wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs in die Krise. Außenpolitische Rückschläge und innenpolitische Schwächen führen zu einer Destabilisierung des imperialen Systems.

1870, in der Hoffnung auf Ruhm, beginnt Napoleon III. den Deutsch-Französischen Krieg. Seine Erwartungen, dass die mit Preußen verbündeten süddeutschen Staaten neutral bleiben würden und die Grande Armee im Alleingang stark genug sein würde, erfüllen sich nicht.

In der Schlacht von Sedan am 2. September 1870 wird der Kaiser durch die Preußischen Truppen gefangen genommen und durch die Ausrufung der Dritten Republik zwei Tage später in Paris abgesetzt. Der Krieg endet für Frankreich mit einer vollständigen Niederlage.

Nach 1871, nach der Kriegsniederlage, der Pariser Kommune und dem Sturz Napoleons III. wurde anfangs eine Wiedereinführung der konstitutionellen Monarchie geplant. Dem Comte de Chambord wurde der Thron angetragen, dieser lehnte jedoch ab. Es kommt zur Ausrufung einer temporären Republik. Der junge Staat hat es anfangs schwer; Bismarck sorgt für seine außenpolitische Isolierung und die monarchischen Nachbarmächte misstrauen der Republik. Innenpolitisch mindert der Staat den Einfluss der katholischen Kirche und baut das staatliche Schulsystem aus.