Start > Ausstellungen > Karl Wilhelm Diefenbach. »Lieber sterben, als meine Ideale verleugnen!« - 29. Oktober 2009 bis 31. Januar 2010

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Katalog: Karl Wilhelm Diefenbach

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag Edition Minerva mit Textbeiträgen von Hermann Müller, Marina Schuster, Noemi Smolik und Claudia Wagner mit mehr als 240 Abbildungen in Farbe und schwarzweiß.
Der Katalog ist zum Preis von € 25,- im Museumsshop erhältlich.

Aus dem Klappentext:
Maler und Kulturrebell, Vegetarier, Pazifist und »Sonnenanbeter« Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913) war eine exzentrische Künstlerpersönlichkeit, die Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur in der bayerischen Hauptstadt von sich reden machte.

Barfuß und in eine Kutte gekleidet, wetterte er vor dem Münchner Hofbräuhaus »gegen den Verzehr von Tierfetzen« und sah im »Tiermord« die Ursache für den »menschenmordenden Krieg«. Er kämpfte an der Seite der späteren Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner und propagierte Licht- und Luft-Bäder des nackten Körpers, deren praktische Umsetzung ihn mit dem ersten »Nudistenprozess« in der deutschen Geschichte vor Gericht brachte.

Diefenbachs Suche nach neuen Wegen führte ihn aus dem vermeintlich weltoffenen Schwabing ins abgeschiedene Isartal, von dort über Wien, Kairo und Triest schließlich auf die von Bohemiens und Künstlern besuchte und besiedelte Mittelmeerinsel Capri, wo er 1913 starb und in Vergessenheit geriet. Sein Leben war geprägt von immerwährendem Kampf und Scheitern, wobei der »Kohlrabi-Apostel« seine künstlerische Identität und seine Visionen eines ökologischen Utopia nie verleugnete oder aufgab.

Der Katalog zeigt Gemälde und Arbeiten auf Papier, auch von seinen Schülern Hugo Höppener, gen. Fidus, Gusto Gräser sowie František Kupka und stellt das Leben Diefenbachs anhand einzigartiger Dokumente und Fotografien vor. Im Mittelpunkt steht Diefenbachs monumentaler Fries Per aspera ad astra (1892), der auf einer Gesamtlänge von 68 Metern in scherenschnittähnlichen Szenen nackter, kindlicher Fröhlichkeit das persönliche Glaubensbekenntnis des Lebensreformers illustriert.