Start > Ausstellungen > Frederic, Lord Leighton. Maler und Bildhauer der viktorianischen Zeit - 30. Mai bis 13. September 2009

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Biographie: Frederic, Lord Leighton

1830 Frederic Leighton wird am 3. Dezember in der Brunswick Terrace 13, Scarborough (Yorkshire), als zweites Kind von Dr. Frederic Septimus Leighton und Augusta Susan Nash geboren.
1839 Die Familie reist nach Paris und besichtigt dort auch das Atelier des Stilllebenmalers George Lance.
1840 Die Mutter erleidet ein rheumatisches Fieber. Ihrer Gesundheit zuliebe unternimmt die Familie von nun an regelmäßig lange Reisen auf den europäischen Kontinent. Sie besuchen Rom, wo Leighton Zeichenunterricht bei Francesco Meli erhält. Die Familie kehrt für den Winter 1840/41 nach London zurück, dort kann Frederic Leighton weiter zur Schule gehen.
1841 Die Familie bereist Deutschland, die Schweiz und Italien. Leighton erhält Kunstunterricht in Florenz und fertigt Zeichnungen nach der Natur. Er besucht die Museen verschiedener Städte und lernt Deutsch.
1842 In London besucht Frederic wieder die University College School. Später im Jahr kehrt die Familie nach Deutschland zurück; im Laufe des Winters 1843/44 schreibt Leighton sich an der Berliner Kunstakademie ein.
1843 Die Familie besucht München und lässt sich dann in Frankfurt nieder, wo sie bis 1845 bleibt. Leighton besucht die Akademie Stellwag in der Hochstraße.
1845 Die Leightons übersiedeln nach Florenz. Der amerikanische Bildhauer Hiram Powers spricht sich bei Dr. Leighton dafür aus, den Sohn Künstler werden zu lassen. Dieser schreibt sich an der Accademia di Belle Arti in Florenz ein.
1846 Im Frühsommer kehrt die Familie nach Deutschland zurück. Der Vater Leightons erwirbt ein großes Haus in Frankfurt, wo sie bis 1853 leben. Im Oktober wird er Student am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, damals unter der Leitung des Nazareners Philipp Veit.
1847 Im Frühjahr rückt Leighton in die zweite Klasse am Städelschen Kunstinstitut auf, er zeichnet nach der Natur und wird vom Landschaftsmaler Jacob Becker unterrichtet.
1848 Die politischen Umbrüche von 1848 vertreiben die Familie aus Frankfurt; sie zieht sich zunächst nach Brüssel zurück, wo Leighton sich ein Atelier einrichtet und Kontakt zu Künstlern wie Antoine Wiertz und Louis Gallait aufnimmt.
1849 Leighton reist mit seiner Familie nach Paris, wo er mehrere Monate verbringt. Er besucht das Atelier von Alexandre Dupuis und studiert und kopiert Gemälde im Louvre.
1850 Leighton stellt in Frankfurt das in Brüssel begonnene Bild Cimabue Finding Giotto in the Fields of Florence (Cimabue begegnet Giotto in den Feldern um Florenz) aus. Er kehrt nach Frankfurt zurück und schreibt sich erneut am Städelschen Kunstinstitut ein, wo er die Bekanntschaft des neuen Direktors Edward von Steinle macht. Er steht auch in Kontakt mit Ernst Schalk und anderen Mitgliedern der Kronberger Landschaftsmaler­schule. Er unternimmt erste Versuche mit »Pleinair«-Landschaftsmotiven und schließt Freundschaft mit Enrico Gamba, einem Kunststudenten aus dem Piemont.
1852 Im Sommer unternimmt Leighton in Gesellschaft Steinles eine Reise rheinabwärts, im Stift Neuburg bei Heidelberg besichtigen sie die Sammlung Nazarenischer Kunst des im Jahr zuvor verstorbenen J. H. F. Schlosser. Leighton fährt über Tirol und Norditalien nach Verona, wo er Enrico Gamba trifft. Sie besuchen gemeinsam Venedig und reisen anschließend via Padua, Ferrara, Bologna, Ravenna, Florenz, Siena, Arezzo, Perugia, Assisi und Spoleto nach Rom. Leighton nimmt sich ein Atelier an der Via della Purificazione. Durch Steinles Empfehlung macht er die Bekanntschaft Peter Cornelius’ und Johann Friedrich Overbecks, die in Rom arbeiten.
1853 Erste Begegnung mit den Malern George Heming Mason und Giovanni Costa. Beginn der langjährigen intensiven Freundschaft mit Adelaide Sartoris. Ferner begegnet Leighton in Rom zusammen mit George Aitchison, der später sein Atelierhaus in London entwerfen wird. Es ist der letzte Sommer, den die Familie gemeinsam in Frankfurt verbringt. Leighton geht nach Berlin und Wien und reist über Venedig und Florenz zurück nach Rom.
1854 In Rom arbeitet Leighton in seinem neuen Atelier an der Via Felice an Cimabue’s Celebrated Madonna und Reconciliation of the Montagues and Capulets (Versöhnung der Familien Montague und Capulet). Durch Adelaide Sartoris lernt er den Dichter Robert Browning kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird.
1855 Reise zur Weltausstellung in Paris, auf der Leightons Reconciliation of the Montagues and Capulets gezeigt wird. Weiterreise nach London, wo Cimabue’s Celebrated Madonna in der Royal Academy ausgestellt und auf Empfehlung Prince Alberts von Queen Victoria erworben wird. Künstlerischer Durchbruch. Leighton zieht für drei Jahre nach Paris, wo er in einem Atelier in der rue Pigalle 21 arbeitet. Er kommt in Kontakt mit den Malern Ernest Hébert, Antoine-Alphonse Montfort, Henri Robert-Fleury, Henry und Ary Scheffer und begegnet Jean-Auguste-Dominique Ingres.
1858 Leighton bezieht in London ein Atelier und nimmt Kontakt zu einem weiteren Kreis englischer Künstler auf, darunter auch den Präraffaeliten. Er tritt dem Hogarth Club bei, einer im selben Jahr gegründeten fortschrittlichen Kunstgesellschaft und Räumlichkeit für improvisierte Ausstellungen. In Rom malt er an einer Porträtserie von Nanna Risi, der späteren Geliebten Anselm Feuerbachs. Leighton erhält Besuch vom Prince of Wales.
1859 Leighton bezieht ein Haus mit Atelier am Orme Square 2.
1860 Veröffentlichung von Leightons Illustrationen zu Elizabeth Barrett Brownings Gedicht "The Great God Pan“ im Cornhill Magazine. John Ruskin sieht und bewundert A Lemon Tree bei der Ausstellung im Hogarth Club.
1864 Leighton wird im Sommer zum außerordentlichen Mitglied der Royal Academy gewählt, möglicherweise auch aufgrund des Erfolgs seiner beiden im selben Jahr ausgestellten Werke Golden Hours (Goldene Stunden) und Dante in Exile (Dante im Exil). Er beauftragt George Aitchison mit dem Bau des Hauses in der Holland Park Road.
1866 Leighton besucht Spanien, fertigt Skizzen von Gebäuden in Toledo, Sevilla und Córdoba. Bei seiner Rückkehr nach London bezieht er sein neues Haus, Holland Park Road 2.
1867 Reise nach Kleinasien und das östliche Mittelmeer, über Wien, entlang der Donau und weiter nach Konstantinopel, dann nach Brussa, Smyrna und Lindos auf Rhodos. Verweilt in Athen und erkundet die Akropolis. Rückkehr über Venedig.
1869 Leighton arbeitet in der Kommission zur Hängung der Sommerausstellung in der Royal Academy und wirkt an der Organisation der Winterausstellung der Royal Academy mit, die erstmals 1870 stattfindet und Werke lebender Künstler wie Alter Meister zeigt. Im Dezember erhält er eine Gastdozentur an der Royal Academy School, deren Struktur er später reformieren wird.
1877 Baubeginn der Arab Hall (Arabischer Saal) als Erweiterung seines Hauses, Architekt ist abermals George Aitchison.
1878 Leighton wird zum Präsidenten der Royal Academy gewählt, geadelt und erhält internationale Ehrungen.
1893 Leighton besucht im Oktober Deutschland und reist dann nach Perugia, wo er an seinem Akademievortrag arbeitet. Hält im Dezember seine achte und letzte Academy Address über deutsche Kunst.
1894 Verleihung der Goldmedaille durch das Royal Institute of Architects. Besuch der Wagner-Festspiele in Bayreuth. Arbeitet an seinem Wandgemälde Phoenicians Bartering with Ancient Britons (Phöniker beim Tauschhandel mit antiken Britanniern) für das Royal Exchange Building. Am 29. Oktober erleidet er einen ersten Anfall von Angina Pectoris.
1895 Leighton reist nach Nordafrika, hält sich in Tanger auf und besucht Tlemcen und Algier. In London bietet er seinen Rückzug von der Präsidentschaft der Academy an, was jedoch abgelehnt wird. Im Oktober bricht er nach Italien auf, besucht zum letzten Mal Venedig, Neapel, Rom, Siena und Florenz.
1896 Leighton wird in den Adelsstand erhoben und trägt nun als erster Künstler Englands den Titel Baron Leighton of Stretton. Am 25. Januar stirbt er in seinem Haus in London. Seine letzten überlieferten Worte lauten: »Give my love to all the Academy.« Frederic Lord Leightons Leichnam wird in den Octagon Room der Royal Academy überführt. Seine Bestattung findet in der St. Paul's Cathedral statt.