Start > Ausstellungen > Uwe Lausen. Ende schön alles schön - 24. Juni bis 3. Oktober 2010

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Dienstag, 14. September 2010, 20.00 Uhr

Grandiose Aussichten. Hommage an Uwe Lausen

Frank Böckelmann, Franz Dahlem, Jens Harzer, Veit Loers, Andreas Neumeister und Daniel Richter
Moderation: Wilhelm Warning (Bayern 2)

»Ich hatte unter meiner abstraktheit, unter meinem starren, wirklichkeitsfernen wahrheitssystem gelitten. Scheinbar widersprüchlich abstrahierte ich nun meine begegnung mit der umwelt in neuen abstrakten wahrheiten.«

Im Mittelpunkt des Abends steht der früh verstorbene Künstler Uwe Lausen (1941–1970). Im ersten Teil lesen der Schauspieler Jens Harzer und der Schriftsteller Andreas Neumeister Texte von und um den Maler Uwe Lausen. Für Uwe Lausen, der zunächst Schriftsteller werden wollte, blieb Sprache auch innerhalb seines bildnerischen Werks stets ein wichtiges Ausdrucksmittel. Neumeister und die Herausgeberin von Lausens Werkverzeichnis, Selima Niggl, haben Texte des Künstlers und Zeugnisse aus seinem Umfeld - Briefe, Artikel, Dokumente - zu einer Collage verarbeitet, in der der Autor Uwe Lausen vorgestellt und seine Entwicklung nach gezeichnet wird. Jenseits des Biographischen verweist die Collage auf einen über München hinaus reichenden Kontext einer Gesellschaft im Umbruch.

Aus heutiger Sicht, aber unterschiedlichen Perspektiven beleuchten im zweiten Teil Frank Böckelmann, Franz Dahlem, Veit Loers und Daniel Richter Uwe Lausens Leben, Werk und Wirkung. Der Kulturwissenschaflter Frank Böckelmann, ehemaliger Aktivist der Subversiven Aktion, gab in seiner Jugend mit Lausen die Literaturzeitschrift „Ludus“ heraus. Franz Dahlem, „Legende, als Galerist und erster Punk“, so die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, war auch Galerist von Uwe Lausen und Wegbegleiter. Veit Loers, Kurator und Kunsthistoriker war u.a. künstlerischer Direktor am Fridericianum in Kassel und mit seinen Forschungen und drei frühen Ausstellungen zur Gruppe SPUR in Regensburg, Mühlheim und Ulm Mitte der achtziger Jahre ein Wegbereiter von deren Renaissance.

Last, but not least - Daniel Richter. Das Werk Uwe Lausens und das Schaffen des international renommierten Künstlers Daniel Richter weist viele Gemeinsamkeiten auf. Beide Künstler kamen aus dem politischen Engagement und waren zunächst stark beeinflusst durch Asger Jorn. Beide malten anfangs überwiegend abstrakt, um sich dann der figurativen Malerei zuzuwenden. Sowohl in Uwe Lausens Werk als auch in Daniel Richters Werk ist eine feinsinnige Bezugnahme auf die gesellschaftlichen Realitäten ihrer Zeit zu finden. Die überraschenden Parallelen zwischen den Künstlern veranlasste die Berliner Galerie Contempory Fine Arts 2006 zu einer Gegenüberstellung des Werkes von Daniel Richter mit dem Oeuvre des schon 1970 aus dem Leben geschiedenen Künstlers Uwe Lausen. Die „Hommage an Uwe Lausen“ wird moderiert von Wilhelm Warning vom Bayerischen Rundfunk.

Eintritt € 6,-/4,-
Karten an der Museumkasse
Telefonische Reservierung: 089/455551-0
Die Ausstellung ist bis zum Beginn der Veranstaltung geöffnet. Eine Veranstaltung des Museums Villa Stuck.