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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Mittwoch, 29. August 2012, 19.00 Uhr

Nur schauen

Ursprung und Entstehung der Gesellschaft für Straßenbeobachtung (ROJO)
Vortrag von Thomas Daniell, Tokio. In englischer Sprache.

Um 18.00 Uhr führt der Kurator Hannes Rössler durch die Ausstellung Terunobu Fujimori. Architekt. Werkschau 1986–2012. Die Teilnahme an der Führung und der Vortrag sind frei. Eintritt in die Ausstellung € 9,-/€ 4,50.

Die Gesellschaft für Straßenbeobachtung / Street Observation Society (ROJO) in Tokio entstand 1986 aus der Begegnung zweier innovativer und charismatischer Persönlichkeiten: dem Architekturhistoriker Terunobu Fujimori und dem Avantgarde-Künstler Genpei Akasegawa. Zusammen mit einer fluktuierenden Gruppe von Freunden durchsuchen sie seitdem die Straßen Japans nach Momenten, die ihre Aufmerksamkeit fesseln und die von einer sehr eigenen Konzeption von Schönheit zeugen. Das Interesse von ROJO, einerlei ob die Entdeckungen absichtlich oder zufällig geschehen, gilt den alltäglichen Orten und Objekten. Diese Situationen zu sehen, nicht einzugreifen oder zu berühren, sondern die Funde zu fotografieren und sie anschließend zu betiteln, um sie dann dem Betrachter, der die Zufälligkeiten oftmals übersieht oder zerstört, zum Entdecken zurück zu geben, zeichnet die Praxis von ROJO aus.

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung der Gesellschaft für Straßenbeobachtung nach und kontextualisiert sie innerhalb einer langen Tradition der Feldforschung in japanischen Städten und den damit verbundenen Untersuchungen der materiellen (Alltags-)Kultur.

Thomas Daniell zog in den frühen 1990er-Jahren nach Japan, zu einer Zeit, die vom Platzen der ökonomischen Blase bestimmt war. Von dessen Wirkung auf die Bautätigkeit war er fasziniert. Er beobachtete die Entwicklungen vor Ort und arbeitete zehn Jahre im Büro von FOBA in Kyoto, bevor er sich als Architekt, Kritiker und Lehrer selbstständig machte. Er übersetzte zahlreiche Bücher von japanischen Architekten. Daniell selbst veröffentlichte: FOBA: Buildings (2005), After the Crash: Architecture in Post-Bubble Japan (2008), Houses and Gardens of Kyoto (2010) und Kiyoshi Sey Takeyama + Amorphe (2011).