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Museum Villa Stuck

Franz von Stuck - Biographie

1863 am 23.2. in Tettenweis (Bezirk Griesbach), Niederbayern, geboren als Sohn des Müllers Franz Stuck (1814-1882) und seiner Frau Anna, geb. Schuhwerk (1833-1893).
1869 bis 1873 Besuch der Werktagsschule in Tettenweis.
1876 und 1877 ein Bilderrätsel und kleine Texte mit Illustrationen in der Kinderzeitschrift „Der Schutzengel“, Donauwörth 1875ff.
1878 Abschluss an der Realschule Passau
1878 bis 1881 an der Kunstgewerbeschule in München in der Klasse von Ferdinand Barth (1842-1892), der ihn stark beeinflusst; nicht nur ähneln Stucks Zeichnungen denen des Lehrers, auch seine Signatur weist einen vergleichbaren Schriftzug auf.
1881 bis 1885 an der Akademie der bildenden Künste in München bei Wilhelm Lindenschmit (1829-1895) und Ludwig Löfftz (1845-1910) eingeschrieben. Den Unterricht besucht er selten, führt aber zum Broterwerb kunstgewerbliche Entwürfe aus.
1882 bis 1884 zahlreiche Entwürfe für das Mappenwerk Allegorien und Embleme, Verlag Gerlach & Schenk, Wien. Unter den beteiligten Künstlern sind Nikolaus Gysis, Otto Seitz, Hermann Prell, Ferdinand Keller, Max Klinger und Gustav Klimt.
1883 Ablehnung eines Rufs als Lehrer an die 1874 gegründete Kunstgewerbeschule in Kaiserslautern. Er rechnet sich höhere Verdienstmöglichkeiten in München aus.
1886 Mappenwerk Karten & Vignetten, Verlag Gerlach & Schenk, Wien; Deckblatt, Titel und 50 Tafeln nach Entwurf von Stuck. Monatsdarstellungen in Siegfriedkalender auf das Jahr 1887, Verlag Gustav Weise, Stuttgart.
  am 14.7. Ausmusterungsschein. Stuck wird als dauernd untauglich zum Dienst in Heer und Marine auf Grund des § 36 der Ersatzordnung erkannt.
1887 bis 1892 humoristische Zeichnungen für die Fliegenden Blätter, Verlag Braun und Schneider, München.
1887 erste Versuche in Farbe an Pastellen und in der Technik der Ölmalerei an einem Paravent (vgl. Canzonetta d’amore im Museum Villa Stuck)
1889 Einzug in das Atelier Theresienstraße 148.
Erste Beteiligung an der Münchner Jahresaustellung mit drei Exponaten – zusätzlich entwirft er das Plakat (Entwurf Museum Villa Stuck). Auszeichnung durch eine 2. Goldmedaille für das Gemälde Wächter des Paradieses (Museum Villa Stuck). Der Verdienst von 60.000 Goldmark wohl nicht in Verbindung mit dieser Auszeichnung – die zwanzig andere Künstler ebenfalls erhielten -, sondern der Preis, den der Käufer aus Den Haag bezahlte, in dessen Besitz sich das Bild 1909 befand (Ostini). Während der Ausstellungsdauer 1. Juli bis 20. Oktober 1889 wurde nicht Der Wächter, aber Stucks Gemälde Innocentia verkauft.
1890 (ca.) freundschaftliche Zusammenkünfte in der Osternberger Künstlerkolonie bei Braunau mit den Malerkollgen Ludwig Herterich, Hugo von Preen und Julius Exter. Erste Landschaftsdarstellungen in Öl.
1891 März, Gründungsmitglied des Vereins für Original-Radierung in München.
  Ausstellung im Münchner Kunstverein (37 Gemälde; Tafelgerät Nautilus und Wachsstatuette Verwundeter Kentaur – dieser, nicht der Athlet, ist also seine erste Plastik).
1891 2. April, Eröffnung einer Ausstellung von 200 Zeichnungen von Stuck im Münchner Kunstverein
1891 April, in Berlin mit Wilhem Trübner zur Hängung der Gemälde der bayerischen Künstler auf der Großen Berliner Kunstausstellung; Kontakte z. B. mit dem Reichstags-Architekten Paul Wallot, der ihm den Auftrag zu Dekorationen im Reichstag erteilt, Besuch mit Paul Meyerheim in Menzels Atelier.
1892 bei Max Klinger in Rom, Benutzung von dessen Atelier. Aus dieser Anregung entsteht die Bronzeplastik Der Athlet (ein Exemplar Museum Villa Stuck).
  Gründung der Münchner Secession. Stuck ist unter den Gründungsmitgliedern Hugo von Habermann, Bruno Piglhein, Heinrich Zügel, Ludwig Dill, Hierl-Deronco, Joseph Block, Paul Höcker und Fritz von Uhde. Piglhein, mit dem Stuck seit seinen Akademiezeiten befreundet ist, wird Präsident.
  Interview mit Fritz von Ostini: Stuck war bereits in Paris, Wien, Rom u.a.
1893 Ernennung zum bayerischen Professor. Das Gemälde Die Sünde (Neue Pinakothek, München) erregt auf der Ausstellung der Secession Aufsehen (ein Exemplar von vor 1906 im Museum Villa Stuck). Erste große Monographien über Stuck von Julius Otto Bierbaum, Verlag Dr. Albert & Co, München.
1894 Generalmusikdirektor Hermann Levi lädt Stuck zu einer Spanienreise ein; Stuck lehnt wegen seiner Arbeit an dem großen Gemälde Der Krieg ab, das nach der Secessions-Ausstellung der Bayerische Staat erwirbt (Staatsgalerie Augsburg).
Die Kommission für die Reichstagsdekoration lehnt Stucks zwei Gemälde Jagd nach dem Glück ab, die bereits bezahlt sind; seine Entwürfe für Deckendekorationen, die vier Elemente darstellend, werden ausgeführt.
Ernennung zum Mitglied der Kommission zum staatlichen Ankauf von Kunstwerken aus den Münchner Ausstellungen.
1895 am 21. Juli Professor an der kgl. Akademie der bildenden Künste in München als Nachfolger von Wilhem Lindenschmit. Stuck malt das skandalträchtige Gemälde Der Kuß der Spinx (eine Kopie von Adolf Hengeler im Museum Villa Stuck).
Franz von Stuck wird Aufsichtsratsmitglied der neu gegründeten „Genossenschaft Pan“; für die Zeitschrift zeichnet er den Pan als Titelblatt.
1896 Einzug in die Wohnung Schellingstaße 5 und Verlegung des Ateliers in die Akademie.
Am 9. April Tochter Mary Franziska Brandmaier unehelich geboren. Mutter ist die Bäckermeisterstochter Anna Maria Brandmaier.
1897 am 15. März Heirat mit Mary Lindpaintner (1865-1929), geb. Hoose, Witwe des Münchner Arztes Julius Lindpaintner (gest. 1892).
1897 bis 1898 Bau der Villa Stuck, Äußere Prinzregentenstr. 4, nach Stucks Entwurf. Grundsteinlegung am 16. Oktober 1897.
1897 Bronzeplastik Amazone (ein Exemplar im Museum Villa Stuck).
1899 Monographien von Julius Otto Bierbaum (verschiedene Auflagen bis 1924) und Franz Hermann Meissner.
1900 in Moskau auf gesamtdeutscher Ausstellung mit großem Erfolg vertreten, in Petersburg war er schon seit seinen ersten Ausstellungen in den 1890er Jahren bekannt.
1900 Goldmedaille für die auf der Pariser Weltausstellung gezeigten Möbel Stucks (Museum Villa Stuck).
1902 Neugestaltung des „Künstleraltars“ in Stucks Atelier: anstelle des Abschied des Orpheus von Eurydike-Reliefs im Abguß steht jetzt im Zentrum ein eigenes Gemälde, ein Exemplar der Sünde, flankiert von seinen Bronzeplastiken Tänzerin und Athlet (vgl. die Exemplare im Museum Villa Stuck).
1904 Reise nach Griechenland im Oktober. Julius Meier-Graefe äußert in seiner „Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst“ sarkastische Kritik an Stucks Gemälden.
1905 am 9. Dezember Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone und Verleihung des persönlichen Adels (Wappenentwurf im Museum Villa Stuck).
1906 am 2. Januar Eintragung in die Adelsmatrikel; die Signatur lautet nun Franz von Stuck.
1909 Internationale Kunstausstellung in Venedig. Stuck bekommt einen eigenen Saal eingeräumt. In Italien erntet Stuck nun mehr Beifall als in Deutschland.
1913 Großauftrag für den Kölner Kunstverein, seine Amazone in Lebensgröße auszuführen (eins von drei erhaltenen Exemplaren steht vor der Villa Stuck).
1914 bis 1915 Bau des Maler- und Bildhauer-Ateliers neben der Villa Stuck, Ecke Ismaninger Straße. Erwerb des Grundstücks von seinem Freund Konrad Dreher (Hofschauspieler und Dichter in bayerischer Mundart).
1914 Gemälde und Plastik Feinde ringsum (Gipsmodell und Bronze im Museum Villa Stuck).
1917 am 30. Mai Eheschließung der Tochter Mary mit Albert Heilmann (die Baufirma Heilmann & Littmann hatte die Villa und den Neubau errichtet).
1919 Stuck wird während der Münchner Räterepublik unter anderen Prominenten als Geisel gefangengenommen, aber bald wieder freigelassen.
1922 am 10. Februar Testament. Tochter Mary wird als Alleinerbin eingesetzt und soll Frau Mary eine Leibrente von jährlich 100.000 M. zahlen.
1928 am 30. August Tod in München. Einäscherung und Trauerfeier auf dem Nordfriedhof, Grab auf dem Waldfriedhof München.Gräberfeld 95, Reihe W, Nr. 16