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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Prominente Begegnungen

Anlässlich der erweiterten Sammlungspräsentation „Der Prozess – wie Moderne entsteht“ veranstaltet das Museum Villa Stuck unter dem Titel „Prominente Begegnungen“ eine Reihe außergewöhnlicher Führungen durch das Gesamtkunstwerk Villa Stuck und die aktuelle Sonderausstellung.

Ziel ist es, im Dialog mit exponierten Vertretern unterschiedlicher „artes liberales“ – provokant oder subtil – neue Perspektiven zu eröffnen und Standpunkte jenseits der bekannten kunsthistorischen Bewertung mit den Gästen zu diskutieren.


Freitag 31. Oktober 2014, 18 Uhr
Dialogführung mit dem Architekten Prof. Arno Brandlhuber, Berlin, und Margot Th. Brandlhuber, Leiterin der Sammlungen: Ein Gespräch über Künstlerhäuser, Künstlermythen, Sakralität der Kunst, Hässlichkeit und das Ordnen von Beziehungen durch Architektur.

Arno Brandlhuber, Professor für Architektur und Stadtforschung an der Akademie der bildenden Künste (AdbK) Nürnberg, präsentierte seine radikale „Antivilla“ nahe Potsdam-Krampnitz auf der Architektur-Biennale 2012 in Venedig, nachdem er bereits durch sein unkonventionelles Galerienhaus in der Brunnenstraße 9 in Berlin-Mitte (2007-2010) international Aufsehen erregt hatte.

„In der Sphäre der Kunst“, so Arno Brandlhuber, „existiert eine sehr feine Wahrnehmung für soziale Bewegungen, für kulturelle Umbrüche.“


Dienstag 25. November 2014, 18 Uhr
Dialogführung mit dem Sinologen, Schriftsteller und Journalisten Tilman Spengler, München, und Margot Th. Brandlhuber, Leiterin der Sammlungen: Ein Gespräch über den Alltag in einer Künstlervilla, den Mythos des Gesamtkunstwerk(er)s und die gesellschaftspolitische Rolle eines Künstlerfürsten in München um 1900

Über seine Romane und Reportagen hinaus ist Tilman Spengler spätestens durch seine Sendereihe “Klassiker der Weltliteratur. Mit Tilman Spengler durch die Literaturgeschichte” einem großen Publikum bekannt. Eloquent und tiefsinnig stellt er Autoren von Homer bis Franz Kafka, von Dostojewski bis Moliere und von Jane Austen bis Raymond Chandler vor. Als China-Kenner begleitete Tilman Spengler mehrfach Delegationen der deutschen Bundesregierung und wurde 2011 wegen seines Einsatzes für Liu Xiaobo und anderer Dissidenten mit einem Einreiseverbot belegt.

2008 wurde Tilman Spengler der Literaturpreis der Landeshauptstadt München verliehen. In ihrer Begründung schrieb die Jury seinerzeit: “Mit Tilman Spengler wird ... nicht nur ein vielseitiger Schriftsteller und Publizist geehrt, … sondern auch eine Persönlichkeit, die mit ihrer kulturellen Vermittlungsarbeit den Münchner Literaturbetrieb belebt.” Gemeinsam mit Daphne Wagner verfasste Spengler ein Buch, das hinter die Kulissen von Richard Wagners Villa Wahnfried in Bayreuth blickt.


Mittwoch 17. Dezember 2014, 18 Uhr
Dialogführung mit der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Vinken, München, und Margot Th. Brandlhuber, Leiterin der Sammlungen: Ein Gespräch über Luxus, Lebensstil, Selbststilisierung, Künstlermythen, den Kampf der Geschlechter, Eros, Körper und Mode

Als Professorin für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanistik an der LMU München betreibt Barbara Vinken kulturhistorische Studien und verbindet Literatur und bildende Kunst von der Antike bis zur Gegenwart.

Zuletzt wurde sie für ihre modetheoretische Monographie „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“ für den Leipziger Buchpreis 2014 nominiert. Barbara Vinken interessiert „Mode als Gegenstand von ästhetischer Reflexion“, denn bisweilen ist „Mode gefährlicher als man gemeinhin denkt“.

„Anders als die Erbauer von Häusern oder die Komponisten und Interpreten von Popsongs kann sich, wer mit Stoff an Silhouetten arbeitet, nicht der Aufmerksamkeit der Kultur-Exegeten sicher sein. Mode, das ist ein Bereich fürs schnelle Zitat, nicht für die langandauernde Betrachtung.“ Barbara Vinken ist hierzulande eine Ausnahmeerscheinung, weil sie genau das tut: der Mode einen ausdauernden Blick nachschicken. Ihr Buch greift das Diktum von der tyrannischen Beliebigkeit der Mode, die aus dem Blauen heraus ihre Launen diktiert auf, dem Vinken souverän entgegenhält, dass sich die Moden nicht völlig unvorhersehbar oder aus blindem Zufall entwickeln. „Deshalb ist es durchaus möglich, die Mode zu denken.“ (SZ vom 12.12.13)

Zu Vinkens jüngsten Buchpublikationen gehören u.a. Bestien. Kleist und die Deutschen, sowie Flaubert. Durchkreuzte Moderne. In diesem Buch bilden Psychoanalyse und Bibelverständnis den Rahmen, in dem Flaubert, der „Vater“ und Erneuerer der modernen Literatur, eine aufregende und frische Deutung erfährt.


Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an villastuck@muenchen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 089 / 45 55 51-45.
Führung inklusive Eintritt Euro 6,00