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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

März – Mai 2021

COLLECTING HISTORIES

Neueste Erwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben für die Sammlungen des Museums Villa Stuck

2020 war ein glückliches Jahr für die Sammlungen des Museums Villa Stuck, die in den letzten Monaten durch Neuerwerbungen, Schenkungen und eine Dauerleihgabe vielfältig erweitert werden konnten. Wichtige Werke der Porträtmalerei, Pastelle, Plakate und Aquarelle sowie die ersten 13 Jahrgänge der politisch-satirischen Wochenzeitschrift Simplicissimus bereichern nun die größte öffentliche Sammlung der Werke Franz von Stucks und das Künstlerhaus, das an markanter Stelle zudem das „Coming Home“ eines Möbels feiern kann: an den Eingang des Künstlerateliers kehrt ein Kabinett mit Darstellungen der zehn Lebensstufen im Stil der Spätrenaissance zurück.

Aus dem Besitz des englischen Kunsthistorikers Francis Haskell (1928–2000, Oxford) stammen die Kinderporträts seiner russischen Mutter Vera Saitzoff und ihres Bruders, die Franz von Stuck 1913 malte. Haskell gehört zu den bedeutendsten und originellsten Kunsthistorikern des 20. Jahrhunderts. Die Schenkung seiner Ehefrau gelangte dank der Initiative von Sir Nicholas Penny, dem ehemaligen Direktor der National Gallery in London, in die Villa Stuck; 1981 veröffentlichte er zusammen mit Haskell „Taste and the Antique“. Der gemeinsame Besuch von Haskell und Penny in München machte beide zu erklärten Fans des neoklassizistischen Künstlerhauses.

Prinzregent Luitpold gehört zu den meist porträtierten Persönlichkeiten Franz von Stucks. Eine weitere Schenkung zeigt den 76-jährigen nicht in Uniform oder historischer Tracht mit Wittelsbacher Hubertusorden, sondern zivil in einem selten veristischen Altersporträt. Das Gemälde stammt aus der Familie von Johann Wilhelm Spaeth, einem der wichtigsten Industriepioniere Nürnbergs im 19. Jahrhundert, und belegt die eng mit der Firmen- und Familiengeschichte verknüpfte Beziehung zum Königshaus und Mitgliedern des Hauses Wittelsbach.

Als besondere Entdeckung kann das bislang einzige bekannte Plakat Stucks für die Münchner Jahresausstellung im Glaspalast 1889 gewertet werden, bei der Franz von Stuck mit dem „Wächter des Paradieses“ erstmals als Maler auftritt. Gemälde, Plakat und ein großformatiger Entwurf („Huldigung an die Malerei“) können nun erstmals zusammengeführt werden.

Zwei außergewöhnliche Aquarelle, die, wie auch das Plakat, die Zeitschriften und das Möbel aus den Mitteln des Vereins zur Förderung der Stiftung Villa Stuck e.V. erworben werden konnten, stammen aus dem Frühwerk Stucks um 1889: selbstironisch posiert der junge Stuck u.a. als stolzer Satyr mit Nymphen und Kind im antiken Zypressenhain.

Als bedeutende Dauerleihgabe bereichert eine bislang unbekannte Version einer „Sünde“ in Pastell (nach 1905) die Sammlungen des Museums Villa Stuck – eine Provenienzrecherche machte es möglich, das markante Bild aus Privatbesitz nun in der Villa Stuck zu präsentieren.

Kuratorin: Margot Th. Brandlhuber
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