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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

14.8.2021, 16 Uhr

Astrid Fendt: „Die Amazonen im griechischen Mythos – ein männliches Konstrukt“

Vortrag im Künstlergarten

Amazonen sind ungewöhnliche und tapfere Frauen. Sie entstammen dem griechischen Mythos und faszinieren die Menschheit von der Antike bis heute. Homer und Herodot sind die ersten Autoren, die seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. von den männergleichen Frauen berichten. Sie sollen in männerlosen Gesellschaften in den Randgebieten der damals bekannten Welt gelebt und regelmäßig in kriegerischem Konflikt mit den Griechen gestanden haben. Texte und Bilder erzählen davon. Noch heute werden matrilinear aufgebaute Gesellschaften mit denen der antiken Amazonen in Verbindung gebracht. Forscher*innen suchen seit geraumer Zeit nach dem wahren historischen Kern des Amazonenmythos.

Doch eines steht fest: die antiken Amazonen und die um sie kreisenden mythischen Geschichten sind ein Konstrukt der damaligen Gesellschaft. Diese war männlich strukturiert und dominiert. (Männliche) Autoren, Bildhauer und Vasenmaler konstruierten den Mythos und tradierten ihn in Wort und Bild. Penthesileia, Antiope, Hippolyte – um nur die Namen einiger Anführerinnen des sagenumwobenen Volkes der Amazonen zu nennen – sind Projektionen von Männerfantasien. Als maskuline Frauen forderten sie die Männlichkeit der griechischen Heroen ebenso wie die der Athener vor allem auf dem Schlachtfeld, aber auch in sexueller Hinsicht heraus. In ihrem Vortrag spricht Astrid Fendt über die Vielschichtigkeit des Amazonenmythos und dessen Relevanz für die damalige griechische Gesellschaft.


Samstag, 14. August 2021, 16 Uhr
Astrid Fendt: „Die Amazonen im griechischen Mythos – ein männliches Konstrukt“
TICKETS
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Foto: Attischer Kolonettenkrater des Ariana-Malers, entstanden um 440 v. Chr. in Athen, gefunden in Sizilien, Höhe 47 cm, NI 6450, Staatliche Antikensammlungen München, Foto: Renate Kühling