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14.8.2021, 17 Uhr

Rhea Thönges-Stringaris: „Beuys' Das Ende des 20. Jahrhunderts – eine Zeitskulptur“

Vortrag im Künstlergarten

Joseph Beuys zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Wie kein anderer überschreitet er Grenzen zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik. Seine Aktionen, Installationen und Environments transportieren die Kraft der Kunst, Denkprozesse und gesellschaftliche Veränderungen in Gang und neue Sichtweisen auf die Kunst und die Welt zu entwickeln. Mit der Konzeption der „Sozialen Plastik“ fordert Beuys ein konkretes Mitgestalten der Gesellschaft und der Politik. Durch bewusstes und gezieltes Handeln kann jeder einen individuellen Beitrag leisten, gesellschaftliche Strukturen und damit die Welt zu verändern.

Wie kaum ein anderes Werk thematisiert die Skulptur „Das Endes des 20. Jahrhunderts“ aus dem Jahr 1983 Prozesse des Zerfallens und Entstehens. Das Werk sendet Energien der Transformation und Grenzüberschreitung. Die profunde Beuys-Kennerin Rhea Thönges-Stringaris nähert sich in ihrem Vortrag diesem monumentalen Werk auf sehr persönliche Art und Weise und ermöglicht neue Fragestellungen. Handelt es sich um eine mehrteilige Skulptur oder um eine Installation? Bei äußerst formaler Strenge und Schlichtheit, lädt dieses Spätwerk wie kaum ein anderes zu unterschiedlichen Interpretationen ein. Es liegt die Vermutung nahe, dass sich dahinter eine besondere Mitteilung verbirgt.

Rhea Thönges-Stringaris wurde in Athen geboren. Sie studierte von 1954 bis 1959 Klassische Archäologie und Kunstgeschichte in Bonn und München. 1960 wurde sie in Bonn bei Ernst Langlotz mit der Arbeit Das Griechische Totenmahl promoviert. Von 1961 bis 1974 war sie an den Staatlichen Kunstsammlungen in Kassel tätig. Rhea Thönges-Stringaris war Beuys von 1972 bis zu seinem Tod 1986 freundschaftlich verbunden. Bei bedeutenden Pojekten, beispielsweise während der 100-Tage-Anwesenheit von Beuys 1977 auf der documenta 6 in Kassel, arbeiteten Thönges-Stringaris und Beuys eng zusammen. 1977 gründete sie die FIU-Zweigstelle Kassel. Von 1981 bis 1987 war sie Mitglied im Aufsichtsrat der documenta und arbeitete bis 1987 bei der Beuys-Aktion 7000 Eichen mit. Seit 2003 ist Thönges-Stringaris Mitglied im Kuratorium der Stiftung „7000 Eichen“. Rhea Thönges-Stringaris lebt in Kassel und in Athen.


Samstag, 14. August 2021, 17 Uhr
Rhea Thönges-Stringaris: „Beuys' Das Ende des 20. Jahrhunderts – eine Zeitskulptur“
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