Start > Ausstellungen > Ricochet #1. Cris Koch. 343 m/s - 14. Januar bis 14. März 2010

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Do. 25. Februar 2010, 19.00 Uhr, Filmmuseum München
Lovecraftiana

Einführungen: Anne Marr (Kuratorin der Ausstellung), Martin Heindel und Cris Koch

Im Kontext der Ausstellung »343 m/s« von Cris Koch zeigt das Filmmuseum München drei Filme, die sich mit dem Mythos von Cthulhu und seinem Schöpfer H. P. Lovecraft beschäftigen. Im Werk des jungen Berliner Künstlers Cris Koch, dessen Arbeiten noch bis zum 14. März im Museum Villa Stuck zu sehen sind, bildet die Legende vom gottähnlichen Bösen aus den Tiefen des Raumes ein immer wiederkehrendes Symbol für die verdrängten Bereiche einer rational gestimmten Welt. Im Katalog „343 m/s. Cris Koch“ widmet sich ein eigenes Kapitel von Martin Heindel dem inszenierten Mythos, der, ähnlich einem Quellcode, als popkulturelles Geflecht weiter und weiter gesponnen wird.


THE CALL OF CTHULHU
USA 2005 – R: Andrew Leman – B: Sean Branney, nach der gleichnamigen Erzählung von H.P.Lovecraft – K: David Robertson – M: Chad Fifer, Ben Holbrook, Troy Sterling Nies, Nicholas Pavkovic – D: Matt Foyer, John Bolen, Ralph Lucas, Chad Fifer, Jason Owens – Eine Produktion der Howard Phillips Lovecraft Historical Society in „Mythoscope“ – 47 min, OF – Der Insasse eines Irrenhauses erzählt seinem Arzt seine Geschichte. In einem Nachlass hatte er Notizen entdeckt, die seltsame Ereignisse an verschiedenen Orten in Zusammenhang brachten: Die geschilderten Erlebnisse eines Künstlers, eines Polizisten und einer Schiffsbesatzung scheinen alle in Verbindung mit dem Wort Cthulhu zu stehen … „Der Film trägt gerade für den Lovecraft-Fan viel Schönes in sich. Er funktioniert ganz wunderbar und verrichtet Fetisch-Arbeit, wenn er wortwörtlich in den Texttafeln und en detail im Profilmischen den Text der Vorlage umsetzt. Aus Bildsprache und Montage spricht ein Verständnis, ein Nachvollzug von Stummfilmästhetiken, das mehr ist als nur oberflächliche Nostalgie oder postmoderner Retro-Witz. Die Macher gelangen vom bloßen Nachbilden zum bewussten Beherrschen von Stummfilm-Eigenheiten, die sie effektiv, gewinnbringend für ihr Werk, für das schwierige Projekt einer Umsetzung Lovecrafts überhaupt, fruchtbar zu machen wissen.“ (Christian Heller)

THE STRANGE CASE OF HOWARD PHILLIPS LOVECRFAT
Frankreich 2005 – R: Patrick Mario Bernard & Pierre Trividic – B: Anne-Louise Trividic, Pierre Trividic – K: Anne Khripounoff – M: Arthur Honegger, Gavin Bryars, Miklos Rosza, Danny Elfman, Duke Ellington – 47 min, engl. OF – Versuch einer „psychischen Biographie“, ausgehend vom Werk des Autors. Schauplatz ist eine ärmliche, baufällige Wohnung – möglicherweise die New Yorker Wohnung, in der Lovecraft die schmerzdurchwirkten Jahre seiner Höllenfahrt erlitt. Aber vor allem stellt dieser Schauplatz das geistige Lebensumfeld Lovecrafts dar, ein Umfeld, das erfüllt war von unbestimmter Angst und zerfurcht vom Schmerz des gesellschaftlichen Versagens und des inneren Nicht-wohin-Wissens.

RE-ANIMATOR
USA 1985 – R: Stuart Gordon – B: Dennis Paoli, William Norris, Stuart Gordon, nach der Erzählung „Herbert West, Re-Animator“ von H.P.Lovecraft – K: Mac Ahlberg – M: Richard Band – D: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton, Robert Sampson, David Gale – 86 min, OF – Die Experimente eines hochintelligenten, aber manisch besessenen Medizinstudenten, der ein Serum erfindet, das Tote zu neuem Leben erweckt, führen zu tragischen Verwicklungen und einer unkontrollierbaren Katastrophe. Inszenatorisch routiniert entwickelt, setzt die Gruselgeschichte um die Grenzauflösung von Leben und Tod auf immer drastischere und gewagtere Effekte. Dank einer gelungenen Mixtur aus schwarzen Humor, Splatterszenen sowie derb überzeichneten Charakteren ist Stuart Gordons Regie-Debüt nicht nur eine der besten Lovecraft-Verfilmungen überhaupt, sondern auch einer der großen Kultfilme des 80er-Jahre-Horrorkinos.


Eine Veranstaltung von Filmmuseum München und Museum Villa Stuck.

Filmmuseum München – St.-Jakobs- Platz 1 – 80331 München
Eintrittspreis 6 € – Kartenvorbestellungen unter 089-2339-6450