Start > Ausstellungen > Mel Ramos. 50 Jahre Pop Art - 25. Juni bis 3. Oktober 2010

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Zur Ausstellung: Mel Ramos. 50 Jahre Pop Art

Alle Schaffensphasen des Künstlers sind in der Schau mit Hauptwerken vertreten: frühe Gemälde, die sich mit figurativen Darstellungen vom Abstrakten Expressionismus absetzen, die Darstellungen von Comic-Helden aus den 1960er Jahren, wie auch die Commercial Pin-ups, mit denen Ramos Ende der 1960er Jahre berühmt wurde. Darüber hinaus die Serie » A Salute to Art History « , in der er Aktbilder klassischer Meister mit dem Sexappeal der Pop-Kultur auflädt, oder Bilder der kalifornischen Landschaft, die niemand Ramos zuordnen würde, werden präsentiert, und schließlich seine neueren Arbeiten wie die Serie »Galatea« sowie seine Exkurse in die Welt der Skulptur.

Mel Ramos‘ künstlerisches Arbeiten ist wesentlich geprägt von Licht, Lebensart, Landschaft und Kultur Kaliforniens. Hier ist der Künstler geboren, hier ist er aufgewachsen, hier hat er zusammen mit seiner Frau Leta seine beiden Kinder Skot und Rochelle großgezogen, und hier lebt er auch heute noch die meiste Zeit des Jahres. Wie viele junge Künstler begehrt Mel Ramos nach Abschluss seines Studiums 1958 gegen die akademisch arrivierten Strömungen auf, in seinem Fall, der Abstrakte Expressionismus und die sich hiervon bereits absetzende Bay Area Figurative School. In der motivischen Hinwendung zur Populärkultur findet Ramos seinen Weg, der ihn bald zum Durchbruch als Pop Art-Künstler führt. Von 1963 an stellt er zusammen mit Roy Lichtenstein und Andy Warhol aus, die in New York zeitgleich eine ähnliche Entwicklung vollziehen.

Als 32-Jähriger erhält Ramos 1967 einen Ruf an die California State University, zugleich widmet ihm das San Francisco Museum of Modern Art eine Einzelausstellung. In Köln verhängt die Polizei im gleichen Jahr bei einer Galerieausstellung seine Bilder mit Laken. Nur gegen öffentlichen Widerstand kann Klaus Honnef 1969 in Aachen eine erste kleine Museumsausstellung mit Ramos-Arbeiten auf die Beine stellen. Während in dem von Prüderie geprägten Nachkriegsdeutschland seine Bilder als schmuddelig und oberflächlich gelten, wird in den USA honoriert, dass er die Kunstgeschichte des Aktbildes in das 20. Jahrhundert fortschreibt.

Mit den Comicbildern, den Pin-ups und den Referenzen an die Kunstgeschichte reflektiert Ramos sein kulturelles und historisches Umfeld. Mitte der 1980er Jahre rücken die persönlichen Bedingungen seines Schaffens zunehmend in den Vordergrund. Skizzen, Reproduktionen, Fotos und nicht zuletzt die eigenen Arbeitsräume und -geräte werden nun dargestellt. Auf dem Umweg der Auseinandersetzung mit der eigenen Bildvorlagensammlung gelangt der Künstler immer wieder zu seinem zentralen Thema: dem Akt.

Eine Einzelausstellung in der New Yorker Bianchini-Gallery 1964 macht Mel Ramos zu einem der Hauptvertreter der Pop Art. Zeitgleich verschreibt er sich dem Sujet, das ihn sein Künstlerleben lang begleiten wird: dem weiblichen Akt. Verständliche Kunstwerke möchte er schaffen, welche »auf berühmte, weit verbreitete kulturelle Symbole« zurückgreifen. So verwendet er Bildvorlagen, die im Zeitalter der sexuellen Revolution bereits zum Klischee geworden sind, etwa Pin-up-Zeichnungen von George Petty und Alberto Vargas für die Zeitschrift Esquire oder Pin-up-Fotos von Russ Meyer für den Playboy.

StrellsonWir danken Strellson für die freundliche Unterstützung.