Start > Ausstellungen > Die Sammlung Gunter Sachs. Von Max Ernst bis Andy Warhol

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Das Modern Art Museum in der Villa Stuck

Das Modern Art Museum München ('MAM') bezog im Sommer 1967 in der Villa Stuck Räume im zweiten Obergeschoss. Sie waren ausgerichtet Richtung Nordwesten, zum Friedensengel und zur Prinzregentenstraße und besaßen eine Fläche von circa 80 Quadratmetern. Im September 1967 eröffnete das 'MAM' in der Villa Stuck seine Pforten mit der Sammlung seines Präsidenten. Die Ausstellung »Sammlung Gunter Sachs« war für sechs Wochen zu sehen. Der Katalog listete 113 Arbeiten von 32 Künstlern auf. Ein Quartett aus »Nouveau Réalisme« und »Informel«, die Franzosen Arman, Fautrier und Klein, dazu Wols und Hartung, sie waren die herausragenden Künstler der Sammlung und damit auch der Präsentation in der Villa Stuck. In der Ausstellung der Sammlung Sachs fanden sich auch bedeutende Künstler der Moderne wie Bacon, de Chirico, Ernst, Lichtenstein und Magritte, dazu Werke von Künstlern wie Bissier, Kricke, Tobey, um nur drei zu nennen. Alles in allem war die Ausstellung geprägt durch die Kennerschaft, den Geschmack und die Leidenschaft von Gunter Sachs. Die Auswahl der Werke war nicht darauf angelegt herauszufordern, sie war stilsicher zusammengestellt.

Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg. Eigens für die Vernissage gab es ein Happening des französischen Künstlers César. Zu den Gästen zählten u.a. SKH Konstantin von Bayern, Hubert Burda, Gunter Sachs sowie seine Frau Brigitte Bardot. Das Presseecho war enorm, die qualitätvolle Sammlung von Gunter Sachs in einer spektakulären Präsentation von Christian Diener über jede Kritik erhaben. Ein neuer Ort für die zeitgenössische Kunst in München war quasi über Nacht etabliert. Die spannende Frage würde sein, ob man das Niveau der ersten Austellung auf Dauer halten könnte.

Das 'MAM' verfolgte unter dem Leitsatz des » Musée engagé « das Ziel, Grenzen zu überwinden: Die Institution Museum, die Künstler und die Gesellschaft sollten gleichwertige Partner werden. Von 1967 bis 1970 zeigte das Modern Art Museum München ('MAM') ein sehr heterogenes Ausstellungs-programm. Zu den Ausstellungen zählten u.a. » Monsters, Beatles und Edelmann « (1968) mit Zeichnungen, Lithos, Plakaten und Entwürfen zum Beatles-Trickfilm » The Yellow Submarine « sowie.. » 4 junge Künstler. 4 Räume « (1968) mit dem ersten der Nebelräume von Gotthard Graubner.

Ende der 1960er Jahre waren die Entwicklung und die Präsentation zeitgenössischer Kunst in München eng an das Engagement von Privatpersonen gebunden. Neben den progressiven Galerien Friedrich & Dahlem sowie Thomas und einigen Aktionsräumen war das 'MAM' in der Villa Stuck ein bedeutender Ort für zeitgenössische Kunst. Im Anschluss an die Zeit in der Villa Stuck zeigte das 'MAM' 1971 und 1972 Ausstellungen in einer Art Super-Bubble – einer mit Luft aufgeblasenen Traglufthalle – auf dem Gelände der Neuen Pinakothek. Damit endete die Geschichte des 'MAM'. Das Ziel der Errichtung eines Museumsbaus für zeitgenössische Kunst in München konnte nicht verwirklicht werden.