Start > Ausstellungen > Richard Jackson. Ain't Painting a Pain

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Richard Jackson. Ain't Painting a Pain

»Painted Environments«

Nachdem Jackson seine schöpferischen Möglichkeiten im Hinblick auf »Wall Paintings« und »Stacked Paintings« ausgereizt hatte, erweiterte er Anfang der 1990er Jahre sein künstlerisches Repertoire um einen figurativen konzeptionellen Realismus und ergründete damit weiter die Mechanismen des Bildermachens.

Er begann damit, aufwändige »Painted Environments«, d.h. »Malmaschinen« zu bauen, die bereits vor der Eröffnung der Ausstellung in Betrieb genommen werden und somit vom Betrachter als Zeugnis einer Performance anstatt der Performance selbst erlebt werden. Bei diesen mechanisierten Arbeiten wird das Medium Farbe mit Hilfe von Pumpen, Motoren, Ventilatoren, Propellern, Luftkompressoren und Sprühschläuchen auf sehr einfallsreiche und ausgefallene Weise eingesetzt.

In »Ain't Painting a Pain« sind mehrere dieser raumgroßen, über eine Zeitspanne von zwanzig Jahren hinweg entstandenen Arbeiten zu sehen, darunter fünf, in denen Jackson Werke bedeutender Künstler einer Neuinterpretation unterzieht. So schießt er zum Beispiel in seiner Arbeit das pointillistische Meisterwerk La Grande Jatte mittels eines Luftgewehrs auf eine weiße Leinwand. Seit Beginn des Projekts im Jahr 1992 ist das Werk nach bisher etwa 90.000 Schüssen bzw. Farbpunkten nicht einmal zu zehn Prozent fertig gestellt und wird voraussichtlich unvollendet bleiben. Jackson gibt hier, in einer maßlosen Übersteigerung der arbeitsintensiven Maltechnik Seurats, eine erste Probe seines subversiven Ansatzes, mit dem er zu einer Neuinterpretation von Ikonen der Kunstgeschichte findet.

In dem 1997 entstandenen Werk Painting with Two Balls nimmt Jackson Bezug auf Jasper Johns’ berühmten kritischen Seitenhieb auf den Abstrakten Expressionismus. Jackson schafft ein gewaltiges »Action Painting«, bei dem zwei große, von einem Ford Pinto angetriebene, sich drehende Kugeln nach allen Seiten Farbe in den Ausstellungsraum schleudern.

In der 2009 entstandenen Arbeit The Laundry Room (Death of Marat) verwandelt Jackson Jacques-Louis Davids' Pietà der französischen Revolution aus dem Jahr 1793 in eine dreidimensionale, begehbare Inszenierung. Er stellt so eine gedankliche Verbindung zwischen der französischen Schreckensherrschaft und dem amerikanischen Kampf gegen den Terror her und macht damit den für beide Epochen kennzeichnenden polarisierten politischen Diskurs zum Thema.