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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

10. November 2011 bis 5. Februar 2012

Jules Chéret (1836–1932)
Künstler der Belle Époque und Pionier der Plakatkunst

Jules Chéret (1836–1932) gilt als der Vater des modernen Plakats. Als Lithograf, Drucker, Zeichner, Maler, Dekorateur und Illustrator ist er eine herausragende Gestalt des Pariser Künstler- und Literatenmilieus an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Unter Einsatz der Farblithografie entwickelte Chéret das Werbeplakat zu einer eigenständigen Kunstform und trug mit seiner gewaltigen Produktion von Farbplakaten zum Wandel des städtischen Erscheinungsbildes der Kunstmetropole Paris bei. Die Liberalisierung der Presse, die Erweiterung des Schienennetzes und der Aufschwung von Wirtschaft und Handel führten gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer großen Nachfrage nach Plakaten und Illustrationen. Jules Chéret widmete sein Motivspektrum sämtlichen Bereichen des Wirtschaftslebens, vom Zirkus und Caféhaus-Konzert über Ausstellungen bis hin zu Konfektionsmode und Kosmetika, Arzneimitteln und Presseerzeugnissen. Seine außergewöhnlichen Plakatentwürfe verschafften ihm den Spitznamen »Tiepolo der Boulevards«.

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Diese Chéret gewidmete Retrospektive konzentriert sich auf sein Werk als Plakatkünstler, beleuchtet aber auch seine weniger bekannte Seite als Zeichner, Maler und Dekorateur. Sie befasst sich mit der Frage von Chérets Stil, der einerseits in der Tradition des Neorokoko steht und darüber hinaus aus Quellen wie dem Japonismus schöpft, andererseits aber auch erste Elemente der Moderne aufweist, die später Impressionisten wie beispielsweise Georges Seurat oder Henri de Toulouse-Lautrec faszinieren sollten. Anhand einer umfangreichen Auswahl aus seinem Gesamtwerk wird die Laufbahn dieses für die Geschichte der Plakatkunst wegweisenden und bedeutenden Künstlers nachgezeichnet. Möbel, gemalte Dekorelemente, Wandgrafiken, Kartons für Wandbehänge, Porträts und Zeichnungen finden sich ebenso in der Ausstellung wie Theaterund Zirkusplakate, Reklameposter, Buchumschläge, Werbekarten und -programme, insgesamt etwa 240 Objekte.

Eine Ausstellung von Les Arts Décoratifs, Paris, realisiert in Zusammenarbeit mit der Villa Stuck, München, dem Musée Communal des Beaux-Arts d'Ixelles und dem Musée Toulouse-Lautrec, Albi, mit großzügiger Unterstützung des Musée des Beaux-Arts Jules Chéret, Nizza.