Einblicke: Mater. Gonzalo Borondo

Kurator*innen-Rundgang mit Dr. Helena Pereña

Installationsansicht zur Ausstellung Mater. Gonzalo Borondo, 2026, Museum Villa Stuck, München, Foto © Sergio Pradana

Mit „Mater“ präsentiert das Museum Villa Stuck die zweite Intervention des Künstlers Gonzalo Borondo in München. Während der Sanierung des Museums hüllte 2025 ein weiß-golden bemaltes Gerüstnetz die Fassade wie eine durchsichtige Haut ein – das Projekt trug den Titel „Chrysalis“. Nun ist das Haus frisch saniert, die restaurierte Fassade strahlt in neuem Glanz und die Transformation setzt sich in den monumentalen Räumen des Neuen Ateliers der Villa Stuck fort.

Bei Borondo ist die Ausstellung selbst das Kunstwerk. Die Arbeiten werden über Monate und Jahre hinweg vorbereitet, entstehen jedoch größtenteils vor Ort und entwickeln sich aus einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Ausstellungsort. Wie bereits in „Chrysalis“ setzt sich Borondo auch in „Mater“ mit dem Gesamtkunstwerk Franz von Stucks auseinander. Während die Fassadeninstallation Motive aus dessen Bildern neu interpretierte, orientiert sich die neue Ausstellung an der räumlichen Dramaturgie der Künstlervilla. Der Künstler nutzt spirituelle Bilderwelten als Metaphern für existenzielle und persönliche Erfahrungen. Dabei interessiert er sich für die Aneignung und Umdeutung alter Kunstformen und Artefakte.

Der eklektische Charakter von Franz von Stucks Künstlervilla mit ihren klassizistischen Elementen bildet dafür einen wichtigen Bezugspunkt. Der Ausstellungsparcours vereint klassische Märchen, antike Mythologie, barocke Ikonografie und elektronische Musik. Alice begegnet hinter den Spiegeln Pygmalion, Frankenstein trifft auf die Passion Christi, industrielle Objekte stehen neben sakralen Symbolen.