Die Ausstellung „No Single View" zeigt neue Arbeiten von Ilit Azoulay, die aus einer zweijährigen Auseinandersetzung mit der Villa Stuck und ihrer Geschichte entstanden sind. Während der Sanierung des Museums entwickelte Azoulay zwei aufeinander aufbauende Ausstellungen: Mit „Stopover" (2024/25) richtete sie den Blick auf das Interimsquartier in der Goethestraße 54, das in der NS-Zeit als Zwangsunterkunft für jüdische Familien genutzt wurde; „No Single View" führt diese Recherche nun in die Villa selbst.
Im Zentrum steht die Zwei-Kanal-Installation „Mary": Aus den Stimmen von 77 Schauspielerinnen entfaltet sie ein vielschichtiges Porträt der Tochter Franz von Stucks – doch die historische Mary ist nur der Ausgangspunkt. An ihrer Hand begibt sich Azoulay auf eine künstlerische Recherche, die den Blick von der Familienbiografie hin zu den Randzonen des Hauses verschiebt, in denen sich Geschichte abgelagert hat. Es entsteht ein fotografisches Archiv, das nicht als abgeschlossenes Gedächtnis funktioniert, sondern als offenes Gefüge möglicher Erzählungen – plural, subjektiv, fortwährend rekonstruierbar.
Kuratorin Helena Pereña führt durch die Ausstellung und gibt Einblicke in Azoulays Recherche und künstlerisches Konzept.
