An diesem Abend kommen drei Stimmen zusammen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Büchern und Printpraktiken sowie Bibliotheken als Orten von Wissen, Ordnungssystemen und Erfahrung befassen. Im Zentrum stehen Fragen nach dem Umgang mit Archiven, nach Formen des Publizierens sowie nach den materiellen, sprachlichen und sozialen Bedingungen, unter denen Wissen produziert und vermittelt wird und schließlich zirkuliert.
Mara Züst arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Vermittlung und Forschung und gibt in ihrem Vortrag Einblicke in die Bibliothek Andreas Züst – als Arbeitsort, Sammlung und institutionellen Rahmen künstlerischer und kuratorischer Praxis. Tabea Nixdorff spricht über ihre Residency in dieser Bibliothek, vor allem aber über ihr Publikationsprojekt „Archival Textures“, das sich mit Archivmaterialien auseinandersetzt und das Buch als Behälter von marginalisiertem Wissen sowie Formen des (Self-)Publishings erkundet. Das anschließende Gespräch wird von Adrian Djukić moderiert, vor dem Hintergrund seiner langjährigen Arbeit mit Büchern, Archiven und Bibliotheken.
In kurzen Inputs gibt Tabea Nixdorff Einblick in ihre künstlerische Praxis zwischen (Self-)Publishing, Schreiben und performativen Formaten, die häufig von Archiv- und Bibliotheksrecherchen ausgeht. Anhand von Mikrogeschichten untersucht sie Auslassungen und Verschiebungen in historischen Narrativen und entwickelt eine feministische Poetik des Fragments und der Abweichung. Mara Züst ergänzt diese Perspektive durch ihre Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Vermittlung und Forschung. Sie richtet den Blick auf Print als künstlerische Technik, als kollektive Praxis und als geopolitisches Medium und reflektiert Bibliotheken und Publikationen als Orte feministischer Wissensproduktion. Moderiert von Adrian Djukić wird das Gespräch im Kontext des Ausstellungsprojekts „Von Büchern und Bibliotheken“ verortet und in dessen institutionelle und räumliche Fragestellungen eingebettet.
