Was bisher geschah. Nachfahren im Gespräch und im Anschluss Pastascuitta Antifascista

Im Rahmen der Präsentation "Was bisher geschah."

Marie und Siegfried Bernheim mit den Söhnen Kurt, Heinz und Willy. Foto: Michael Bernheim

Im zentralen Raum der Präsentation „Was bisher geschah“ werden die Biografien von dreißig Personen vorgestellt, die in der Pension Patria gelebt haben. Die Pension wurde von den Nazis als Zwischenstation genutzt, um enteignete Menschen zwangsweise unterzubringen. Ihre zum großen Teil tragischen Lebenswege sind verstörend, es sind zerrissene Familienschicksale, gezeichnet von Verfolgung, Deportation, Enteignung, Vernichtung und in manchen Fällen einer Exilgeschichte. Wir fühlen uns als Museum mehr denn je dazu verpflichtet, diese Geschichten zu thematisieren, zu erforschen und den ehemaligen Bewohner*innen des Hauses zu gedenken.

Dass wir in kürzester Zeit so viele Informationen zusammentragen konnten, verdanken wir der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen aus dem Kulturreferat und den Nachfahr*innen der betroffenen Personen. Um über die so wichtige und nie endende Gedenkarbeit aus der Sicht von Historiker*innen und engagierten Nachkommen zu sprechen, dürfen wir einen Abend mit folgenden Gästen ankündigen: Dr. Michael Bernheim, der uns Material zu Marie und Siegfried Shimon Bernheim zur Verfügung gestellt hat, Jörg Watzinger, Urenkel der Erbauer des Hauses an der Goethestraße, Enkel des Hauseigentümers während der Nazi-Zeit und Sohn des aus politischen Gründen im KZ-Dachau inhaftierten Karl Otto Watzinger. Das Gespräch wird vom Historiker Dr. Andreas Heusler, stellvertretender Leiter der Abteilung Public History der Landeshauptstadt München, moderiert.

PASTASCIUTTA ANTIFASCISTA
 
Erinnernd an den Sturz des Faschismus am 25. Juli 1943 finden alljährlich öffentliche Pasta-Essen in Italien statt - mit Pastasciutta antifascista.
Gedacht wird mit dem Essen an die Familie Cervi und ihre sieben Söhne („sette fratelli"), die in der Poebene einen großen Bauernhof bewirtschafteten. Nach Absetzung und Inhaftierung von Mussolini am 25. Juli 1943 lud die im Widerstand tätige Familie ihr gesamtes Dorf zum gemeinsamen Pastaessen auf dem Dorfplatz ein. Alle waren willkommen. Die sieben Söhne der Familie wurden im Dezember 1943 von den italienischen Faschisten hingerichtet.
 
Eine Veranstaltung in Kooperation mit rinascita e. V. und A.N.P.I. München