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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

23. Juni – 16. September 2018

LIMBO LICHTSPIELE

Eine temporäre Kino-Installation von M+M

Laut katholischer Theologie halten sich im "Limbus" (ital./engl. Limbo) diejenigen Seelen auf, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel ausgeschlossen sind. Nicht von ungefähr nennt Reinhard Dinkelmeyer den Limbus deshalb "Auffangstelle für schwierige Fälle". In Dante Alighieris "Göttlicher Komödie" schildert dieser im 4. Gesang des »Infernos« einen fiktiven Besuch im Limbus. Der Reisende wird von Vergil geleitet, der ihm eine illustre Bewohnerschar vorstellt: Homer, Diogenes und Sokrates, Ovid und Cicero, sogar Cäsar und sein Mörder Brutus vertreiben sich im Limbus die ewige Zeit.

Für ihre Arbeit LIMBO LICHTSPIELE verwenden M+M als Ausgangsmaterial einen eigens mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern inszenierten Film, in dem Menschen in einem Kinofoyer beim Warten auf den Einlass beobachtet werden. Die Personen kaufen Tickets an der Kinokasse, versorgen sich an der Bar mit Snacks und Getränken, unterhalten sich miteinander, rauchen vor dem Kino. Eine Atmosphäre gespannter Langeweile durchdringt die ganze Szenerie. Zum Limbus fehlen eigentlich nur noch Löwe, Panther und Wolf aus Dantes "Göttlicher Komödie"...

LIMBO LICHTSPIELE. Museum Villa Stuck, Foto: Katrin Schilling

Ein über sechzig Meter langer Vorhang, der befüllt ist mit knapp 50.000 Stills aus diesem Film, ist das zentrale Element der Kino-Installation im Obergeschoss des Ateliergebäudes der Villa Stuck. In der Serie "kurz vor fünf" aus dem Jahr 2001 wenden M+M diese Art der "Kurzfilmfotografie" zum ersten Mal an. Diese Arbeiten bestehen aus 4.290 fortlaufenden Filmstills, welche zusammen einen knapp 3minütigen Film ergeben. In "Panic Room" (2007) werden ähnliche Arbeiten in den Raum erweitert, bilden einen hochverdichteten Newsroom. Mit den LIMBO LICHTSPIELEN schaffen M+M einen Schwellenraum – außen Installation, innen Kino –, der gleichzeitig als Objekt und Vorführraum dient.

M+M steht für die künstlerische Zusammenarbeit von Marc Weis, geb. 1965, und Martin De Mattia, geb. 1963. Die siebenteilige Filminstallation "7 Tage" war zuletzt zu sehen im Museo d‘Arte Moderna, MAMbo, Bologna, im Museum für Fotografie, Berlin, im Casino Luxembourg, Forum d‘art contemporain und in der Galerie im Taxispalais, Innsbruck. Im Museum Villa Stuck zeigten M+M 2014 die Ausstellung "Der Stachel des Skorpions".


Freitag, 22.6.2018, 19 Uhr
Eröffnung mit M+M
Gezeigt werden filmische Fundstücke aus München von

Alexander Laner, Gas Gas
Andreas Chwatal, Mitarbeiter der Wahrheit
Andreas Neumeister, Weltsensation
Anne Pfeifer + Bernhard Kreutzer, LetztesJahrPlusMinus
Berthold Reiss, Antinomia
Christian Hartard, Playback
Colin Gilder, Screeching
Empfangshalle, 3 Sekunden
Hennicker / Schmidt, pingpong-bad-deinterlaced
Jörg Koopmann, Logic of the Rain
Johanna Berüter, Insel oder Baselitz
Katharina Gaenssler, ohne Titel
Lars Koepsel + Vernon Ah Kee, Lars mit Vernon
M+M, M+M in Venedig
Martin Fengel, Muenchen 1
Martin Wöhrl, 5:1
Mirko Borsche, Wiesn Drunk
Paula Pongratz, N bisschen rockmusik machen
Rudolf Herz + Julia Wahren + Harimala Rason, OX NO OX
Sofie Bird Møller, Down the Line
Stefanie Zoche, Fountain of Love
Thomas Lang, Ich rede, während mein Mund frühstückt
Veronika Veit, The very moment
What Remains Gallery, Jaws
Wolfgang Ellenrieder, The Swell


Samstag und Sonntag, 15. und 16.9.2018, jeweils 11-18 Uhr
M+M präsentieren Filme internationaler Künstlerinnen und Künstler
Am Samstag um 19 Uhr großes LIMBO LICHTSPIELE Abschiedsfest!